Referenz: Bauschmuck Haus Würzgarten

F E I N F O R M Schmuck-Kollektion Haus Würzgarten:

die geflügelte Löwin

Erste Inspiration für die Schmuck-Kollektion „die geflügelte Löwin“ war ein antiker Türdrücker, der aus einer Eingangstür im Rhein-Main Gebiet stammt. Dieser Original-Türdrücker wird stilistisch der „Empire Zeit“ zugeordnet. Dieser Türdrücker ziert als Türgriff den neuen Würzgarten Laden Eingang.

Engel werden in der christlichen Kunst in der Regel als menschengestaltige Wesen mit Flügeln dargestellt. Dass manche „Klassen“ von Engeln tierischen Ursprung haben, ist im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten.

Ein Engländer, Austin Henry Layard,  hat als Erster die antiken, monumentalen Mischwesen 1849 beschrieben. Er interpretierte Flügellöwen insofern als Verkörperung des Göttlichen, da sie den Kopf- bzw. Geist des Menschen mit der Mobilität der Vögel und der Kraft des Löwen verbinden. Wirksam als Wächter kann nur amten, wer gefährlich werden kann. Weltberühmt als „Wächter“ sind diese Mischwesen aus dem ägyptischen und später dem griechischen Kulturkreis. Als einer der frühesten Belege wäre die Sphinx von Gizeh, Ägypten, Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. anzuführen.

Der Löwe bzw. die Löwin steht für majestätische Würde. Darüber hinaus verkörpern diese kraftvollen Tiere im Allgemeinen Lebenskraft und sind Synonym für die Sonne. Die Sonne wird dem Metall Gold zugeordnet – der Bezug zur Heiligkeit und zum „göttlichen Funken“ ist diesbezüglich aus allen Kulturkreisen – über lange Zeitläufe hinweg – hinreichend überliefert.

Die „Geflügelte Löwin“ Schmuck-Kollektion von FEINFORM nimmt direkten Bezug auf dieses althergebrachte Wissen und überführt das Motiv in einzigartige Schmuckstücke.

Die „geflügelte Löwin“ Kollektion ist als Anhänger an Kette, Ohrschmuck,  „Boutonniere“ und als Manschettenknopf-Set konzipiert. Gefertigt in Handarbeit „Finest form“ – FEINFORM – handmade in Germany

Architektur & Bauschmuck „Haus Würzgarten“

Der „neue“ Würzgarten ist ein schöpferischer Nachbau – eine Rekonstruktion – die sich weitestgehend am historischen Vorbild (erbaut als Neuerrichtung 1530) orientiert. Die urkundliche Erstnennung des Gebäudes geht zurück auf das Jahr 1292.

„Bei dem alten und neuen Würzgarten handelt es sich um ein typisch verputztes Fachwerkhaus mit verschiefertem, zweigeschossigen Giebel und sogenannter „Frankfurter Nase“ auf steinernem Erdgeschoss. Die drei Obergeschosse mit fünf Fenstern und zwei Überhängen weisen alle Formen der Spätgotik auf. Als Besonderheit können die geschnitzten Eselsrücken oder Kielbögen über den Fenstern des Dachstocks angeführt werden. Darunter versteht man einen Bogen mit geschweiften Kanten, der im unteren Teil konkav geschwungen ist.“ (siehe Fußnote)

Das Vorbild – siehe Bauschmuck – für das historische Gebäude, sowie das neu errichtete Haus (Fertigstellung 2018), war und ist zum Einen das Haus „Großer Engel“ am Nordende der Ostzeile des Frankfurter Römerbergs (erbaut als Neuerrichtung 1562). Seinerzeit war das Gebäude der schmuckreichste Privatbau der Spätgotik in Frankfurt/ Main. Außerdem das „Haus der 7 Laster“ (erbaut 1567) in Limburg an der Lahn.

Carl Theodor von Reiffensteins‘ Aquaralle, datiert 1864, sowie historisches Fotomaterial, aufgenommen ca. 1930 – 1940, waren die Referenzen für die Planung bzw. Neuerrichtung des Würzgarten.

Der Bauschmuck an der Außenfassade des historischen und neuen Würzgarten war – bzw. ist – nicht nur rein ornamentales „Zierwerk“. Die Fassade eines Hauses ist Eingangs-bzw. Schauseite und zugleich das “Gesicht“ des Gebäudes. Hinsichtlich des Gebäudeschmucks spielen schon immer kulturgeschichtliche-, sozialpolitische und ästhetische Aspekte eine wesentliche Rolle.

Die Schaufassade ist als „Kleid“ des Hauses zu verstehen. Die Gestaltung und Ornamentik im Außenbereich ist häufig Verweis auf die Funktion im Innenraum.

Die Figuren, Wächterfigur = „Satyr“ und die Maske = „ Neidmaske“ unterhalb der „Frankfurter Nase“ im Giebelfeld unter dem Dach haben schützende, apotrophäische Wirkung. Die Kielbogenformen am Würzgarten verweisen möglicherweise auf den Transport der Gewürze und Materialien per Schiff, die seit 1713 im Ladengeschäft feilgeboten wurden, denn der Umriss des Bogens gleicht einem auf den Kopf gestellten Schiffskiel.

Im rechten der vier Felder unter dem entsprechenden Kielbogen erkennt man einen stilisierten Engel der seine Flügel schützend weit ausbreitet. Nicht unwahrscheinlich: ein Verweis bzw. eine Referenz an das Haus zum „Großen Engel“.

Die figürlichen, weiblichen und männlichen Masken im Fries unterhalb des Giebelfeldes werden durch ornamentales „Füllwerk“ auflockernd ergänzt und verweisen auf die Endlichkeit. Derartige Masken finden sich auf Sarkophagen in antiken Fresken.

Eine in sich gespiegelte Konsole an der Fassade im 1. Stockwerk trägt optisch den ersten Überhang. Die Schauseite der beiden Konsolen zieren einzelne, stilisierte Calla Blüten umgeben von Rankwerk und Zierornamentik. Die Calla ist in vielen Kulturen Symbol für die Unsterblichkeit.

Eine einzelne, kleine Konsole im 2. Stockwerk linkerhand stützt optisch den geschweiften Dachübergang zum Nachbarhaus. Die Schauseite zeigt ein Rankenornament welches den Akanthus (Distelgewächs) darstellt. Das Blattwerk wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze verehrt. Möglicherweise nimmt dieses Ornament Bezug auf das Ladengeschäft von 1713, welches u. A. allerlei Pflanzen und Kräuter vertrieb.

                             Rena Jarosewitsch
Foto: Donato Bonavitacola