Schmuckkünstlerin mit Faible für ausgefeilte Kreationen

Rena Jarosewitsch eröffnet offiziell ihre Altstadt-Galerie für Broschen, Ringe und Ketten/ Beruf aus Leidenschaft

Von Annik Aicher

ALTSTADT. Wo ist der Schmuck? Rena Jarosewitsch (FR-Bild: Andreas Arnold), in Schwarz gekleidet, trägt keine dicken Kette, keine auffallende Brosche. Nur einen schlichten silbernen Ring am Finger: „Ich muß mich nicht dauernd mit Schmuck überladen“, sagt die Inhaberin der Galerie „Feinform“ am Weckmarkt 3. Zwischen ihren blonden Haaren blitzt etwas hervor. Doch noch ein wenig Zierrat entdeckt: silberne Ohrringe, die einem spitzen Blütenkelch ähneln.

„Die sind von Andrea Frahm“, erklärt die Galeristin. „Sie macht superschöne Sachen“. Frahm ist eine von 19 jungen und Schmuckkünstlerinnen und -künstlern, deren Arbeiten gerade bei „Feinform“ zu sehen sind. Im Mai hatte Rena Jarosewitsch die Galerie für Schmuck und Objekte gegründet und vergangenes Wochenende offiziell mit einer Ausstellung eröffnet. In Vitrinen liegen die Kleinodien – wie etwa ausladende Broschen, verspielte Ringe und atemberaubend gewundene Ketten.
Im hinteren Teil der Galerie finden Besucher dagegen Feilen, Zangen, Sägen und Messschieber: der Arbeitsplatz von Jarosewitsch. Dort sitzt die Wahlfrankfurterin, und wer sie sprechen hört, weiß gleich zwei Sachen. Das vibrierende, gerollte „r“ verrät den Geburtsort München, ihr flammendes Plädoyer für kunstvolle individuell gefertigte Dinge lässt spüren: hier wurde die Leidenschaft zum Beruf gemacht.

„Schmuck ist ein verlängertes Ausdrucksmittel meiner Persönlichkeit“ sagt die
41- Jährige. Und könnte das Grausen kriegen, ob der „toten, leblosen Qualität der Stücke“, wie sie zu Hunderten, zu Tausenden feilgeboten werden. Ohne Seele, reine Prestigeobjekte, mit teuren Steinen und Fassungen. „Sie kriegen heute alles in Massen.“ Diesen Geschmack möchte Rena Jarosewitsch nicht bedienen.
Für ihre ausgefeilten Kreationen und maßgefertigten Kundenwünsche kann sie aus einer reichen Inspirationsquelle schöpfen. Nach einer Ausbildung zur Glasmalerin arbeitete sie zwölf Jahre als Glaskünstlerin in Neuseeland. Lernte dort unter anderem die „wunderschönen Blau- und Grüntöne“ von Meer und Buschwald kennen. Nach Deutschland zurückgekehrt, ging sie in eine Goldschmiedelehre und legte dann noch ein Studium zur Staatlich geprüften Schmuckgestalterin hin.
„Die hier sind total knuffig“, meint Jarosewitsch und lächelt die ausgestellten Ringe von Stefanie Walkenhorst an. Die Galeristin liebt ihren Beruf. Das ist das dritte, was man gleich merkt.

Die Ausstellung „Konstellationen“ ist in der Galerie Feinform, Weckmarkt 3, noch bis 25. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 11 bis 19, samstags von 10 bis 16 Uhr. Telefon 29 22 88.