Alles andere als nur gewöhnlich

Vielseitige Schmuckstücke in Frankfurter Galerie „feinform“ – Auch Hanauer Künstler sind vertreten

Die Begeisterung ist Rena Jarosewitsch anzumerken. Wenn sie voller Enthusiasmus über ihren Beruf spricht, gelingt es ihr, auch den unkundigen Laien für das Schmuckhandwerk zu begeistern, seinen Blick für Details zu schärfen und keinen Zweifel daran zu lassen, dass sie sich mit ganzem Herzen ihrem Beruf verschrieben hat. Ein Blick auf von ihr selbst angefertigte, filigrane Ohrstecker bestätigen dies ebenso.

Vor knapp zwei Wochen eröffnete Rena Jarosewitsch im Frankfurter Museums- und Galerienviertel um den Dom die Galerie „feinform schmuck + objekte“, die in ihrer ersten Ausstellung einen Einblick in das vielschichtige Spektrum zeitgenössischen Schmucks und der Objekte angewandter Kunst gibt, und diese auch in Bezug aufeinander präsentiert. Kein Neuland für die gebürtige Münchnerin, denn sie war bereits mehrere Jahre als Galeristin tätig – am anderen Ende der Welt. 1983 ging sie mit dem Gesellenbrief als Glasmalerin in der Tasche nach Neuseeland und übernahm dort als Glaskünstlerin und Metallbildhauerin zahlreiche Auftragsarbeiten für sakrale und profane Architektur. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland absolvierte sie an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau eine Ausbildung zur Goldschmeiedin und schloß dort später ein Studium ab, das sie zur staatlich geprüften Schmuckgestalterin und Goldschmiedemeisterin qualifizierte. Neben verschiedenen Lehrtätigkeiten, kann Rena Jarosewitsch auf zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Neuseeland, Australien und USA zurückblicken und unter anderem die Leistungsplakette der Staatlichen Zeichenakademie ihr Eigen nennen.

Diese Erfahrungen scheinen sich auszuzahlen. Die Zusammenstellung der Ausstellungsstücke zeugt von fundiertem Fachwissen, detaillierter Kenntnis der Branche und einem Händchen für geschickte Kombinationen. Bei den in der Ausstellung gezeigten Stücke handelt es sich durchweg um Arbeiten renommierter Künstler, von denen viele bereits mehrfach ausgezeichnet worden sind. Das Spektrum umfasst dabei die vielfältigsten Schmuck- und Objektkreationen. Die ausgestellten Stücke sind in Material, Stil und Herstellungstechnik vollkommen unterschiedlich, haben jedoch alle eines gemein: Sie sind alles andere als gewöhnlich. So bestechen die Arbeiten der Schmuckdesignerin Ariane Hartmann aus Düsseldorf einerseits durch ihre Schlichtheit und ihre klare Struktur, andererseits machen eingeprägte Texte jedes Stück zu einem besonderen Talisman. Die „Bröschlein“ des Berliner Schmuckdesigners Wolli Lieglein hingegen sind alles andere als schlicht. In aufwendiger Handarbeit aus unkonventionellen Materialien hergestellt erinnern sie an belgisches Konfekt und zeugen von unglaublich viel Kreativität. So hat Rena Jarosewitsch mit ihrer Ausstellung ihr Ziel „zu zeigen, was es außergewöhnliches in unserer Branche gibt“, in jedem Fall erreicht.

Wer sich die faszinierenden Schmuckstücke und Objekte selbst ansehen möchte, hat dazu noch bis Samstag 25. Oktober, immer dienstags bis freitags von 11 bis 19 Uhr, sowie samstags von 10 bis 16 Uhr, Gelegenheit. (Nicole Schmidt)